St. Johannis Göttingen

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„Eine andere Flughöhe …“

1. Platz beim Gemeindebriefpreis der Landeskirche für „Kirche für die Stadt“

Unverhofft kommt nicht oft, aber wenn, dann kann es das Herz so richtig erwärmen. Und so ging es der Redaktion von „Kirche für die Stadt“, dem Gemeindebrief der lutherischen Innenstadtkirchen St. Albani, Corvinus, St. Jacobi, St. Johannis, St. Marien und Thomas in Göttingen. Am 17.11.2017 wurde „Kirche für die Stadt“ auf der feierlichen Verleihung des erstmals vergebenen Gemeindebriefpreises mit Platz 1 unter 188 Einsendungen für den Wettbewerb ausgezeichnet, den die Landeskirche im Sommer 2017 für alle Gemeinden ihres Bereichs ausgeschrieben hatte. Platz 1! Welch eine Überraschung! Damit hatte bei allem grundsätzlichen Stolz auf das vierteljährlich erstellte Produkt „Kirche für die Stadt“ niemand der an der Erstellung des Magazins Beteiligten gerechnet. Ein Sonderpreis ... ja, vielleicht ..., aber Platz 1??!!

Gegen Mittag hatte sich die Delegation aus Göttingen auf den Weg zum Forum des Madsack Mediencenters in Hannover gemacht, das Gastgeber für die Verleihungszeremonie war. Landesbischof Ralf Meister begrüßte die aus allen Teilen der Landeskirche angereisten Vertreterinnen und Vertreter der zehn ausgewählten Gemeindebrief-Preisträger. Sieben Sonderpreise (u. a. für Andacht, Themen, Format, Fotos, Jugend) wurden vorab vergeben, ehe die drei Hauptpreise verliehen wurden. Das muss man einmal im Leben miterlebt haben! Auch wenn es hier beileibe nicht um den Adolf-Grimme-Preis, den Deutschen Buchpreis oder um einen der anderen im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Preise ging: Die aufsteigende Spannung bis hin zur Vergabe des 2. Platzes – denn dann war klar, was für uns vorgesehen war – ist ein fast unteilbares Ereignis. 

Hendrik Brandt, Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, die im Madsack Mediencenter hergestellt wird, hatte in seiner Laudatio hervorgehoben, dass „Kirche für die Stadt“ grundsolide sei, nicht antiquiert, aber auch nicht überkandidelt, klar im Layout, die Texte würden gut präsentiert. „Kirche für die Stadt“ sei „wunderbar gemacht“, im buchstäblichen Sinne „ausgezeichnet“.

 „Eine andere Flughöhe“ als anderen Magazinen bescheinigte Hendrik Brandt dem Gemeindebrief „Kirche für die Stadt“. Vielen Dank! Eingedenk des tragischen Schicksals des Ikarus will die Redaktion von „Kirche für die Stadt“ aber auch künftig fein ordentlich am Boden bleiben, bei den Leserinnen und Lesern, für die dies alles gemacht wird und die sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe freuen können. 

Superintendent Friedrich Selter gehörte zu den ersten Gratulanten. Er beglückwünschte das Redaktionsteam zu dieser Anerkennung. Sie sei Bestätigung dafür, dass sich sorgfältige Redaktionsarbeit und gekonnte Aufmachung lohne. „Ich selbst habe schon viele positive Rückmeldungen auf Artikel und Themen des Magazins erhalten. Mein Eindruck ist, dass Veranstaltungen, die in 'Kirche für die Stadt' beworben werden, besser besucht sind als andere.“ Siehe hierzu auch den Beitrag von Andreas Overdick: https://kirchenkreis-goettingen.wir-e.de/aktuelles

Und die freudigen Mailbotschaften der Redaktionsmitglieder, die nicht zur Preisverleihung mitfahren konnten, häuften sich ob der überraschenden Botschaft aus Hannover schon während der Rückfahrt und bis tief in die Nacht hinein.

Im Folgenden finden Sie Fotos von der Preisverleihung und außerdem einen Link auf einen Artikel über den Besuch einer Redakteurin der Landeskirche während der Redaktionssitzung von „Kirche für die Stadt“ vom 8. November 2017, mittels dessen Sie sich einen Eindruck von der Arbeit des Redaktionsteams um die Chefredakteure Martin Hauschild und Harald Storz machen können.

http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2017/11/17 

Über die Preisverleihung in Hannover am 17.11.2017 berichteten auch das Göttinger Tageblatt:

http://www.goettinger-tageblatt.de/Goettingen/Gemeindebrief-Kirche-fuer-die-Stadt-Goettingen-ausgezeichnet

und die Hannoversche Allgemeine Zeitung:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Die-Landeskirche-Hannover-hat-die-besten-Gemeindebriefe-ausgezeichnet

Beide Artikel sind im Internet allerdings nur für Abonnenten vollständig lesbar.

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Bild: Heidrich/Schräder

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Freitag, 17. November, 19 Uhr, Altes Rathaus

Akzent

Landesbischof Ralf Meister:
Auf dem Weg in eine Gesellschaft ohne Religion?  - Persönliche Anmerkungen eines Protestanten
Moderation: Wilfried Bergau-Braune

Kirchliche Stellungnahmen gibt es reichlich zu Fragen der Zukunft der Religion – klug ausgearbeitet, vorsichtig und abgewogen formuliert. Darum geht es jedoch hier nicht. Das können allenfalls Anregungen sein, wenn man sich persönlich der Frage nach der Bedeutung des protestantischen Glaubens in einer anscheinend weltanschaulich neutralen Gesellschaft stellt. Wird es Religion bald nur noch in Form der steinernen Kirchen geben und – vielleicht – in Konzerten und in Events der Kunstszene?

Eine Veranstaltung der Göttinger Stadtkantorei innerhalb der Reihe "Reformation gestern und heute" in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen


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Bild: Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

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Ausstellung in St. Johannis, letzte Öffnungstage:

Eingerollte Segel und volle Fahrt - Kirchen- und Staatsschiffe im Medienkrieg der Reformationszeit

Die Ausstellung „Eingerollte Segel und volle Fahrt - Kirchen- und Staatsschiffe im Medienkrieg der Reformationszeit“ befindet sich in ihrer letzten Ausstellungswoche und schließt am 18. November 2017.

Am Mittwoch, 15.11.2017 endete das Beiprogramm in der Rats- und Marktkirche St. Johannis mit einem Vortrag des Kunsthistorikers Prof. Dr. Thomas Noll zum Thema „Das Schiff des Petrus (Navicella Petri) von Giotto - Zur Tradition des Kirchenschiffes in der Kunstgeschichte“.

Die Ausstellung ist in dieser Woche noch geöffnet von Mittwoch bis Samstag zwischen 11 und 16 Uhr. Kommen Sie und schauen Sie noch einmal genau hin. Der Eintritt ist frei. Gern können Sie bei den Kirchenöffnern am Eingang den umfangreichen Ausstellungskatalog für € 10 erwerben.

Die Fotos unten zeigen Ausschnitte von den vier dialogischen Führungen im Beiprogramm „Mittwochs in der Ausstellung" mit den Dialogpartnern Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Superintendent Friedrich Selter (Thema: Kirche und Stadt), Dechant Wigbert Schwarze und Pastor Gerhard Schridde (Thema: Ökumene), Kirchenrechtler Dr. Hendrik Munsonius und Dana Gaef, Leiter des Migrationszentrums (Thema: Leitkultur) sowie Prof. Dr. Thomas Noll.
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Bild: Broda/Schräder

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Zum letzten Mal:

Mittwochs in der Ausstellung

Die Ausstellung in „Eingerollte Segel und volle Fahrt - Kirchen- und Staatsschiffe im Medienkrieg der Reformationszeit“ geht in ihre letzte Ausstellungswoche und schließt am 18. November 2017.

Vorher aber gibt es am

Mittwoch, 15.11.2017 um 17 Uhr in der Rats- und Marktkirche St. Johannis

eine vierte dialogische Führung.

Diesmal spricht der Kunsthistoriker Prof. Dr. Thomas Noll, Dozent am Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung Göttingen sowie  Mitglied der Kommission zur Erforschung der Kultur des Spätmittelalters bei der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, zum Thema „Das Schiff des Petrus (Navicella Petri) von Giotto - Zur Tradition des Kirchenschiffes in der Kunstgeschichte“.

Lassen Sie sich mitnehmen zu dieser dialogischen Führung!

Die Ausstellung ist in dieser Woche noch geöffnet von Mittwoch bis Samstag zwischen 11 und 16 Uhr.

Die Bilder zeigen Ausschnitte von den drei ersten dialogischen Führungen bei „Mittwochs in der Ausstellung" mit den Dialogpartnern Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Superintendent Friedrich Selter, Dechant Wigbert Schwarze, Pastor Gerhard Schridde, Kirchenrechtler Dr. Hendrik Munsonius und dem Leiter des Migrationszentrums Dana Gaef.

Bild: Broda/Schräder

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Bild: Schräder

Ein Gruß an Corvinus

Am kommenden Sonntag, 12. November 2017 feiert die Corvinusgemeinde in Göttingen ihr 50-jähriges Kirchweihjubiläum. Am 12. November 1967 wurde die Kirche feierlich geweiht. Ihr markanter, spitz zulaufender Turm ist der Blickfang auf dem Hang im Göttinger Ostviertel. An meinem Schreibtisch sitzend habe ich ihn tagtäglich im Blick. Und wie gern erinnere ich mich daran, dass wir - damals als Konfirmanden - als erster in der neuen Kirche zu konfirmierender Jahrgang mit Pastor Moderegger vom Gottesdienst aus dem „Provisorium“ des Vortragsraums im Collegium Albertinum am Bonhoefferweg in die neu erbaute Kirche an der Grotefendstraße umziehen konnten. Endlich eine richtige eigene Kirche!

Für den Weg in die nächsten 50 Jahre kommen alle guten Wünsche von unten aus der Stadt, aus der St. Johannisgemeinde, für einen gelungenen Festgottesdienst mit Landessuperintendent Eckhard Gorka. Und wenn St. Johannis an diesem Sonntag als einzige lutherische Innenstadtgemeinde zeitgleich um 10 Uhr einen Gottesdienst in seiner Rats- und Marktkirche am Johanniskirchhof mit Pastor Schridde feiert, so geschieht dies nicht in Konkurrenz zu Corvinus, sondern als Angebot für die Kirchgänger, die an diesem Tag den Weg zu Corvinus nicht antreten können. Unsere guten Wünsche sind gleichwohl bei Pastorin Anke Well und ihrem Team.

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Mittwochs in der Ausstellung

Dialogische Führung zum Thema „Leitkultur“

In die dritte Woche geht die Ausstellung „Eingerollte Segel und volle Fahrt“, die mit gutem Erfolg in der Rats- und Marktkirche St. Johannis vom 21. Oktober bis zum 18. November 2017 gezeigt wird. Es ist keine einfach nur „Kommen-Gucken-Gehen“-Ausstellung. Sie ist mehr. Sie ist nicht nur in kirchliche Abläufe eingebettet, sondern sie muss auch mal etwas über sich ergehen lassen, einen Massenandrang aus Anlass des Festgottesdienstes zum 500. Reformationsfest am vergangenen 31. Oktober zum Beispiel. Sie werden sich erinnern. Alle Bilder haben das heil überstanden. Und sie zeigen ja auch, wie Kirchenschiffe durch stürmische Zeiten gehen.

Das ganz Besondere ist aber, dass es an jedem Mittwoch in der Ausstellungszeit eine dialogische Führung durch die Ausstellung gibt mit unterschiedlichen Themenstellungen. „Religionsneutrale Stadt und christliche Kirche“ im Dialog zwischen Oberbürgermeister Köhler und Superintendent Selter und „Versöhnte Ökumene“ mit Dechant Schwarze und Pastor Schridde (siehe beigefügtes Foto) waren die beiden ersten Themen.

Nun, am Mittwoch, 08.11.2017 um 17 Uhr, treten Dr. Hendrik Munsonius (Kirchenrechtliches Institut der EKD) und Dana Gaef (Migrationszentrum für die Stadt und den Landkreis Göttingen) miteinander und mit interessierten Besuchern in diesen Dialog unter dem Thema „Anpassung an eine christlich geprägte Leitkultur? - Gegenwärtige Erwartungen an Migrantinnen und Migranten“. Es fragt sich, wie sich dieses Thema in die Bilder der Ausstellung einpassen kann. Eines ist klar: Leitkultur beschreibt ein Ziel. Auf ein Ziel kann man sich manchmal leichter verständigen als auf den zu wählenden Kurs, der das Schiff dorthin führen soll. Seien wir gespannt!

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Bild: Schräder

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Moving Sounds
Jazzgottesdienst in St. Johannis

Jubiläen und kein Ende?! Zum Auftakt des 40. Göttinger Jazzfestivals begrüßt Superintendent Friedrich Selter am

Sonntag, 5. November 2017 um 18 (!) Uhr in der Rats- und Marktkirche St. Johannis

den Ausnahmetrompeter und musikalischen Grenzgänger Markus Stockhausen (Trompete, Flügelhorn) und die Klarinettenvirtuosin Tara Bouman (Klarinette, Bassklarinette) zum Jazzgottesdienst.

Die beiden Musiker spielen seit dem Jahr 2002 als Duo MOVING SOUNDS zusammen. Mit Vorliebe spielen sie an akustisch besonderen Orten. Dabei genießt die Musik im sakralen Raum, in der sich ihre spirituelle Dimension erschließt, einen besonderen Stellenwert bei den Inszenierungen des Duos. Einfühlsame, teils poetische Worte verbinden sich mit der Musik zu einer Aussage, die uns und die Welt, in der wir leben, wirklich betrifft.

Superintendent Selter formuliert die Intention des von ihm initiierten und mittlerweile zur Tradition gewordenen Jazzgottesdienstes am ersten Sonntag im November so: „Worte der Bibel, Gebet und verkündigende Texte verschmelzen mit der Musik oder bilden einen spannungsreichen Kontrast zu ihr. Dabei spielen spontane und improvisierende Elemente sowohl bei der Musik als auch beim Wort eine wichtige Rolle. Dadurch entsteht eine Offenheit für die Kontingenz der Begegnung und Berührung. Wo sie geschieht, entstehen Momente besonderer Spiritualität, die über sich selbst hinausweisen.

„Bach and more“ hieß es im vergangenen Jahr beim Jazzgottesdienst in St. Johannis. Das Trio Kordes/Tetzlaff/Godejohann schlug eine Brücke vom Jazz zum spannungsvollen Verhältnis von Gebot und Freiheit. Moving Sounds setzt das in diesem Jahr fort. Der Name des Duos ist dabei Programm. Markus Stockhausen sagt dazu: „Es stimmt, unser Name ist mehrdeutig. Manchmal bewegen wir uns mit unseren Instrumenten im Kirchenraum, wir treten in Resonanz mit ihm, sodass sich der Klang unserer Instrumente am schönsten entfalten kann. Die Musik bewegt sich, und wenn es uns gelingt, unsere Zuhörer zu berühren, zu bewegen, dann sind wir glücklich.“

Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.

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Bild: Karl-Heinz Krauskopf

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Bild: Kirchenkreis Göttingen

25 Jahre Turmblasen

Ehrung für Marten Bock

Am Samstag, 31.10.1992 - 25 Jahre ist das nun her - bestieg Marten Bock zum ersten Mal den Nordturm von St. Johannis, um von hoch oben Choräle zum Lob Gottes zu blasen. „S.D.G.“ (soli deo gloria) ist entsprechend auf seinem Notenständer in das Holz graviert.

In der Rats- und Marktkirche St. Johannis nahmen Pastor Gerhard Schridde, Kreisposaunenwart Christoph Rüling sowie Renate Just und Hildgund Broda für den Kirchenvorstand von St. Johannis die Ehrung für das 25-jährige Turmbläserjubiläum von Marten Bock vor. Pastor Schridde verlas die Gruß- und Dankbotschaft der Landesobfrau des Posaunenwerks der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Marianne Gorka. Kreisposaunenwart Christoph Rüling dankte im Namen der Posaunenchöre der Region und Renate Just und Hildgund Broda händigten dem stets bescheiden sich zurückhaltenden Jubilar die von Superintendent Selter gefertigte Urkunde mit dem Dank des Kirchenkreises sowie eine original St. Johannis Schokoladentorte aus.

Dr. Ernst Puschmann, der verdienstvolle Begleiter von Marten Bock an der Orgel während der allwöchentlich auf das Turmblasen folgenden halbstündigen Mittagsmusik, hob in einer launigen Rede beim Zusammensein bei Kaffee und Kuchen unter der Orgelempore Besonderheiten des langjährigen gemeinsamen Musizierens hervor, zu dem sich im Laufe der Zeit auch weitere Posaunisten zusammengefunden haben.

Sabine Prilop schließlich, die Göttinger Schriftstellerin, hat Marten Bock, dem Türmer von Göttingen, das folgende Gedicht gewidmet: 

Es ist.
An dieser Stelle seinen Platz zu füllen.
Herausgehoben und doch unerkannt.
Aus dem Vergangenen
Bewährtes neu ans Licht getragen.
Mit eigner Kraft.
 

Das bleibt: Ein Kirchenjahr
trompetenklangbegleitet.
 

Das Kirchenschiff steht fest
im vollen Klang.
 

Das ist ein Ton, der überdauert,
und einer, oben, ist es, der ihn trägt.
 

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Am Tag danach

Mittwochs in der Ausstellung

Mal ehrlich … 

Der Reformationstag 2017, das 500-jährige Jubiläum des Thesenanschlags Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg, ist vorüber. In St. Johannis wurde der zentrale Festgottesdienst im Kirchenkreis Göttingen mit einer Besucherzahl gefeiert, wie sie diese Kirche in der Zeit ihrer Aufzeichnungen noch nie erlebt hatte. Und weil noch weitere Hunderte von Menschen um 11 Uhr draußen vor der Kirche gestanden und keinen Einlass mehr gefunden hatten, wurde nach spontaner Entscheidung der Festgottesdienst um 13 Uhr in vollem Umfang wiederholt.

Und nun, heute: Aufatmen? Es ist durch? Von einem „Reformationsoverkill“ war gar mit Blick auf die Vielzahl der Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum zu lesen. Und für den einen oder anderen Gläubigen aus dem Bereich der römisch-katholischen Kirche war es möglicherweise nicht leicht, in den zurückliegenden Wochen des Jahres 2017 ständig an den Zusammenhang erinnert zu werden, der eine starke evangelische Glaubensgemeinschaft neben und unabhängig von der katholischen entstehen ließ.

Nun ist dieser Gedenktag vorbei. Mal ehrlich: Gut so? Falsche Frage, werden viele (hoffentlich) sagen, denn zu Recht wurde und wird immer wieder betont, dass der Segen der gelebten Ökumene ist, dass das Verbindende zwischen den Glaubensgemeinschaften weit mehr umfasst als das Trennende. Unbestritten: Auch Letzteres hat seinen Platz. Und so widmen sich Dechant Wigbert Schwarze und Pastor Gerhard Schridde schon am ersten Tag nach dem Reformationsjubiläum, am Mittwoch, 01.11.2017 um 17 Uhr im Rahmen einer dialogischen Führung durch die Ausstellung „Eingerollte Segel und volle Fahrt“ in der Rats- und Marktkirche St. Johannis einer ganz zentralen Frage: „Versöhnte Ökumene - Ist der Streit um die Wahrheit überflüssig geworden?“

Schon in der ersten dialogischen Führung am 25. Oktober war der Blick von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler  und Superintendent Friedrich Selter auf einen anderen sehr bedeutsamen Aspekt gerichtet, den der Koexistenz von religionsneutraler Stadt und christlicher Kirche. Das beigefügte Bild zeigt die Dialogpartner in Aktion. Und weiter geht es in den beiden nächsten Wochen, jeweils mittwochs um 17 Uhr mit Erörterungen zur Frage der Anpassung an eine christlich geprägte Leitkultur und zur Tradition des Kirchenschiffes in der Kunstgeschichte.

Mal ehrlich: Sollte man da nicht gleich wieder dabei sein?
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Bild: Broda

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Einmalig und unglaublich!

Massenandrang beim Festgottesdienst
an St. Johannis zum Reformationsjubiläum

Nun war er also da, der 31. Oktober 2017, der Tag, der das ganze evangelische Kirchenjahr beherrscht hatte: Das Reformationsfest aus Anlass der 500. Wiederkehr des Thesenanschlags Luthers an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg, mit dem die Trennung der evangelisch-lutherischen Kirche von der römisch-katholischen begann. Schon weit vor dem offiziellen Beginn des Festgottesdienstes um 11 Uhr war die Rats- und Marktkirche St. Johannis bis auf den letzten Platz besetzt. Das mag man in ähnlicher Form von den Gottesdiensten an Heiligabend kennen. Was man aber nicht kannte und bei aller Sorgfalt der vielen an der Vorbereitung Beteiligten aus dem ganzen Kirchenkreis um Superintendent Selter auch nicht ahnen konnte, war, dass zusätzlich Hunderte von Menschen in langen Schlangen draußen auf dem Kirchplatz standen und keine Aufnahme mehr in die Kirche finden konnten.

Kurzfristig wurde entschieden, den Festgottesdienst in vollem Umfang um 13 Uhr zu wiederholen, um allen draußen Stehenden die Möglichkeit zur Teilhabe noch zu ermöglichen. Einmalig und unglaublich! So etwas hat es Zeit der Aufzeichnungen von St. Johannis noch nie gegeben.

Kirche, die begeistert! Dechant Wigbert Schwarze brachte es in seinem mit viel Beifall bedachten Grußwort des in der Ökumene freundlich verbundenen katholischen Dekanats mit genau diesen Worten zum Ausdruck:
„Begeistert, begeistert, begeistert!“

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Bild: Göttinger Tageblatt, Bänsch

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